Audios zur SED


»War die SED reformfähig? Chancen und Scheitern von Reformansätzen in der Staatspartei«

Im historischen Rückblick erscheint die SED mit ihren 2,3 Millionen Mitgliedern als monolithischer Block politisch Gleichgesinnter. Dennoch gab es immer wieder Versuche, die Staatspartei und ihr Gesellschaftssystem zu reformieren. Sie alle scheiterten am kompromisslosen Machtwillen der SED-Spitze. Die zaghaften Reformversuche wurden rasch abgebrochen, nachdem die politische Labilität der SED-Herrschaft offen zutage getreten war. Welche Ziele und Konzepte verfolgten die Reformer und warum waren sie zum Scheitern verurteilt? Mit der Antwort auf diese Fragen spannt sich der Bogen des Vortrages von Dr. Andreas Malycha, Institut für Zeitgeschichte, von der Gründung der Partei 1946 bis zu ihrem Untergang 1989. Im Zentrum steht letztlich die Frage, ob die SED als Grundpfeiler des diktatorischen Herrschaftssystems reformfähig war

bundesstiftung-aufarbeitung.de, 15.12.2010

»Die SED und Moskau« (1:40:30)

Nur eine Kraft in der DDR war mächtiger als die SED – die Sowjetunion und ihre KP. Die sowjetischen »Freunde« hatten alle maßgeblichen Strukturen des ostdeutschen Staates geprägt, und sie behielten sich bis zuletzt die Entscheidung über sein Schicksal vor. Noch heute ranken sich Legenden und Gerüchte um die geheimen Verbindungen von SED-Funktionären in die Machtzentralen des Sowjetstaates. Und immer wieder richtet sich bei der Analyse von Krisen und Wendepunkten der DDR-Geschichte der Blick auf Moskau. Der Vortrag von Dr. Jens Gieseke fragte nach den politischen Entscheidungsmechanismen, nach der Machthierarchie im Herrschaftsalltag und nach den unterschwelligen kulturellen Differenzen zwischen dem »teutonischen« und dem »slawischen« Kommunismus – vom »besten Freund des deutschen Volkes« Stalin bis zum »Verräter« Gorbatschow

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, 1.12.2010

»Gesichtslose "Apparatschiks"? Die SED und ihre Funktionäre« (1:40:18)

Grau, bar jeden Charismas, gehorsame Diener ihrer Partei: auf diese Klischees werden die Funktionäre der SED in der öffentlichen Wahrnehmung reduziert. Auf den ersten Blick regen die etwa 44.000 hauptamtlichen Mitarbeiter, die in den »Apparaten« der Partei Dienst taten, nicht dazu an, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Tatsächlich verfügten die »unscheinbaren« Funktionäre jedoch über sehr weitgehende Machtbefugnisse, bildeten eine weitaus heterogenere Gruppe, als es das Klischee der gesichtslosen »Apparatschiks« suggeriert. Der Vortrag von Dr. Rüdiger Bergien, Zentrum für Zeithistorische Forschung, nahm die Funktionäre der SED nicht als Rädchen in einem Machtapparat, sondern als eigenständig handelnde Subjekte in den Blick und fragte nach den Konsequenzen dieser Perspektive für die Geschichte der SED

bundesstiftung-aufarbeitung.de, 17.11.2010

»Die SED als Instrument der Diktaturdurchsetzung«

In der Forschung wie in der Öffentlichkeit besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass das Ergebnis der Entwicklung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) als eine diktatorische Herrschaft anzusehen ist. Diese war – das lehrt auch Österreich – kein »Selbstläufer «, sondern eine Diktaturdurchsetzung, die auf intentionalem Handeln gründete und einer Zielvorstellung bedurfte (»Diktatur des Proletariats«), die faktisch auf die Diktatur einer Partei hinauslief. Die KPD / SED wollte von Anfang an – und anders als vor 1933 – nicht Oppositions-, sondern Staatspartei sein und die Gesellschaft nach den Vorstellungen Marx’, Lenin und Stalin formen. Der Vortrag von Dr. Mike Schmeitzner, Hannah- Arendt Institut Dresden, wird zeigen, wie und unter welchen besatzungspolitischen Vorzeichen ihr das gelang und welche Veränderungen in der Herrschaftspraxis zu konstatieren waren

bundesstiftung-aufarbeitung.de, 3.11.2010

Die SED in der staatssozialistischen Gesellschaft (2:09:28)

Die Geschichte der DDR ist immer wieder als Geschichte der SED-Diktatur geschrieben worden. Durchaus zu Recht, denn die Entwicklung der ostdeutschen Gesellschaft zwischen 1949 und 1989 folgte in fast jeder Hinsicht dem Diktat der »führenden Partei«. Die Allgegenwart »der Partei« hat manche Beobachter dazu gebracht, von der DDR als einer »Partokratie « zu sprechen. Je erfolgreicher sich die SED allerdings in der ostdeutschen Gesellschaft ausbreitete, je mehr Menschen ihr angehörten, je selbstverständlicher ihr Einfluss auf Berufskarrieren, Betriebe und alle möglichen Organisationen war, desto mehr wurde sie aber selbst Teil der Gesellschaft, was nicht ohne Folgen für die Partei und die diktatorische Herrschaft »als soziale Praxis« blieb. Der Vortrag von Professor Dr. Ralph Jessen, Universität Köln, skizzierte beide Aspekte dieser besonderen Stellung der SED in der DDR und diskutierte, welche Fragen sich hieraus für eine Sozial- und Herrschaftsgeschichte der SED und der DDR ergeben

bundesstiftung-aufarbeitung.de, 20.10.2010


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Buchpräsentation

Die SED in der Ära Honecker

bundesstiftung-aufarbeitung.de, 29.10.2014

Von der SED zur PDS und Linkspartei

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, 9.3.2011

Die Partei im Betriebsalltag

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED_Diktatur, 23.2.2011

»Das Verhältnis von SED und MfS«

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, 12.1.2011

»Die Waldheimer Prozesse – Ein dunkles Kapitel der DDR-Justiz«

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, 2.11.2010

»Die SED in der staatssozialistischen Gesellschaft«

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, 20.10.2010

Von Zwängen und Spielräumen in der SED-Diktatur

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der DES-Diktatur, 10.6.2010