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DDR 1988. Die 14-jährige Anja eckt in der Schule zwar immer mal wieder an, ernsthafte Probleme hat sie aber bisher nicht. Als ihre Mutter einen Ausreiseantrag aus der DDR stellt, ändert sich Anjas Leben schlagartig. Mitten in der Nacht wird sie von zwei Männern abgeholt und in ein Heim gebracht, ohne dass sie den Grund erfährt oder weiß, was mit ihrer Mutter ist. Dort begegnet sie Tom, einem gleichaltrigen Jungen mit rebellischem Blick. Sie mag ihn sofort, doch jeglicher Kontakt zwischen den Jugendlichen ist untersagt. Auch als sie in einen Jugendwerkhof verlegt wird, gibt ihr niemand eine Erklärung. Anja ist geschockt von den Zuständen im Heim, der Gefühlskälte zwischen den Jugendlichen und vor allem der Willkür der Erzieher. In der Hoffnung, dass sie eines Tages fliehen kann, unterdrückt Anja ihre Wut und Empörung, um möglichst unauffällig zu sein.
Tatsächlich gelingt ihr die Flucht, aber nur für kurze Zeit. Anja fragt sich immer wieder, was sie eigentlich verbrochen hat. Über ihre Mutter erfährt sie nun, dass sie in Untersuchungshaft der Staatssicherheit sitzt. Einige Wochen hält Anja sich versteckt, bis
sie entdeckt und zurück in den Jugendwerkhof gebracht wird. Es geht von vorne los:
Arbeit, Strafen, Drill und Sport bis zum Umfallen. Als Anja eines Tages ausrastet, bringt man sie nach Torgau, die sogenannte „Endstation“.
Diese Einrichtung der Jugendhilfe ist wie ein Gefängnis: Stahltore, Gitter, Stacheldraht und Hunde. Willkür, Demütigungen und Gewalt steigen ins Unermessliche. Anjas einziger Trost: Tom befindet sich ebenfalls im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau.
Als beide zum Schrubben des Treppenhauses verdonnert werden, kommt es zu einem kurzen verbotenen Austausch – Tom erzählt ihr von seinem Plan, in Leipzig bei Freunden unterzutauchen. Doch dann passiert ein Unglück und Anja wird ins Krankhaus gebracht. Kann sie die einzige Chance aus Torgau zu entkommen nutzen?
Ohne dass Anja etwas davon ahnt, hat sich indessen „draußen“ so einiges verändert: der Herbst 89 beginnt …


Der Hintergrund zum Roman „Weggesperrt“

Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau


Cecilie Dressler Verlag

336 Seiten. Klappenbroschur. Ab 14 Jahren
Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2009
ISBN 978-3-7915-1632-5
9,95 €


Über die Autorin

Grit Poppe wurde 1964 in Boltenhagen an der Ostsee geboren. Sie studierte am Literaturinstitut in Leipzig. Von 1989 bis 1991 engagierte sie sich in der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“. Seitdem arbeitet sie als freie Schriftstellerin und schreibt Romane und Erzählungen für Erwachsene und für Kinder. „Weggesperrt“ ist nach zwei Kinderbüchern

(„Käpten Magic“, 2006 und „Anderswelt“, 2009) das erste Jugendbuch im Dressler Verlag. Für ihren Jugendroman „Weggesperrt“ wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendliteratur“. Grit Poppe lebt mit ihrer Familie in Potsdam.

 

Internetseite der Autorin


Unterrichtsmaterialien zu dem Buch stehen hier zum kostenlosen Download bereit.


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Interview mit Grit Poppe über "Weggesperrt"
Interview mit Grit Poppe über Weggesperr
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Artikel zum Buch

«Weggesperrt»: Vom Trauma im DDR-Jugendwerkhof

wz-newsline.de, 8.6.2010


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