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1989 gab es von West-Berliner Seite neben politischem Protest gegen die Mauer auch physische Angriffe auf das gehasste Bauwerk. Mit Bolzenschneidern wurden verzinkte Streckmetallzäune durchtrennt, große Transparente wurden an Aussichtstürmen angebracht, und es flogen Molotowcocktails.

Ole Giec und Frank Willmann erzählen in ihrem Buch »Mauerkrieger« von den jungen Leuten, die hinter diesen Aktionen steckten, Jugendliche aus der Hallenser Heavy-Metal-Szene. Über ihr Anderssein und die Suche nach einem Raum dafür gerieten sie mit den Staatsorganen der DDR in Konflikt, für die sie »negativ-dekadente Jugendliche« waren. 1986 wurden von der

Stasi in Halle 21 Heavy-Metal-Fans »operativ bearbeitet«, 200 Leute in deren Umfeld vermutet.

Für Raik Adam, Heiko Bartsch, Gundor Holesch und René Boche diente Provokation der Selbstfindung, richtete sich anfangs nur gegen das »konventionelle Spießertum«, doch durch die repressiven Stasi-Maßnahmen wurden sie immer mehr politisiert. Nach und nach stellten sie Ausreiseanträge – und fanden sich in West-Berlin wieder, wo man sich – für die vier Hallenser unfassbar – mit der Mauer eingerichtet hatte. Sie wollten das wachsende Aufbegehren in der DDR durch spektakuläre Aktionen unterstützen, die Grenzsoldaten verunsichern.

Der erzählende Text von Ole Giec und Frank Willmann wird

ergänzt durch Interviews mit den Akteuren von damals. In kurzen Sachtexten werden poltische Hintergründe der 1980er Jahre beleuchtet: die Geschichte des Heavy Metal in der DDR (H. Rosenberg), die Beschreibung der autonomen Szene in Berlin-Kreuzberg (D. Bartz), T. Sello schreibt über die Reaktionen der Oppositionellen der DDR auf die Geschehnisse in Peking, ebenso wird die zwiespältige Haltung der West-Berliner Alternativen Liste zu Repression und Opposition jenseits der Mauer thematisiert (K. Alexander). I. S.Kowalczuk betrachtet die Aktivitäten der West-Berliner Gruppe der Internationalen Gesellschaft für

Menschenrechte.


128 Seiten, 78 Abb.

Broschur

ISBN 978-3-86153-788-5

14,90 Euro


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Artikel über das Buch

"Mauerkrieger" im Buch-Porträt

Molotow-Cocktails gegen die Berliner Mauer

Vier aus der DDR ausgebürgerte junge Männer griffen von West-Berlin aus die Berliner Mauer an - mit Molotow-Cocktails und Bolzenschneidern. Ein neues Buch erzählt mehr über die Aktionen

8.4.2014

"Die DDR war ein überflüssiges Experiment"

Rezension zum Buch „Mauerkrieger“, im Ch. Links Verlag

weltexpress.info, 3.3.2014


© Kiar mada, www.youtube.com