Leipzig im Sommer 1978. Rund um das Völkerschlachtdenkmal herrscht hektische Betriebsamkeit
von Polizei und Staatssicherheit. Jemand hat an dem Monument die Losung „FREIHEIT FÜR BAHRO“ angebracht. Schon bald kommt die Staatsmacht den Sympathisanten des Dissidenten, der ein Jahr zuvor
mit seinem Buch „Die Alternative“ für Aufregung sorgte, auf die Spur. Diese gehören zum Freundeskreis um den alten Kommunisten Heinrich Saar, der wegen seiner Kritik an der SED bereits inhaftiert
gewesen ist. Die jungen Leute versuchen, mit solchen Aktionen auf Missstände in der DDR aufmerksam zu machen, ohne den Sozialismus als Staatsform zunächst grundsätzlich in Frage zu stellen. Doch
die Reaktion der SED-Justiz ist unbarmherzig. Auf Verhaftung und Verurteilung folgt der Strafvollzug in den Haftanstalten Hoheneck, Cottbus und Bautzen.
Uta Franke, selbst Mitglied der Gruppe, legt eine spannende, bewegende und fundierte Dokumentation über staatliche Repression und mutige Opposition in der DDR am Beispiel des Leipziger
Freundeskreises vor. Sie basiert auf eigenen Erlebnissen, auf Interviews mit den Beteiligten und auf Unterlagen der Staatssicherheit. Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der
jüngeren deutschen Geschichte und gegen die Verklärung des politischen Systems in der DDR.
Stiftung Sächsischer Gedenkstätten
Band/Heftnr.: Zeitfenster. Beiträge der Stiftung Sächsische Gedenkstätten – Band 2
Verfasser: Uta Franke
Erscheinungsjahr: 2007
ISBN: 978-3-86583-230-6
Preis: 19,00
Gegen Vergessen und Verdrängen der Diktatur in der DDR 1949 - 1989