Eine psychoanalytische Untersuchung Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi
Erstmals wurde mit dieser psychoanalytischen Untersuchung eine Möglichkeit geschaffen, die unbewußten Motivationen für ihr Handeln zu hinterfragen. Zwanzig ehemalige Inoffizielle Mitarbeiter erzählten ihre Lebensgeschichten, die den Einschätzungen durch das MfS gegen-übergestellt wurden. Eine Gruppe von fünf Psychoanalytikern erarbeitete daraufhin eine Gesamtbeurteilung, die die unterschiedlichen Wahrnehmungen durch den IM selbst und durch seine Führungsoffiziere berücksichtigt und auf diesem Weg zu einer möglichst gerechten Einschätzung von Tat und Tätern gelangt.
Ausstattung: Broschur
Format: 14.8 x 21.0 cm
Seitenzahl: 248
Reihe / Kategorie: Forschungen zur DDR-Gesellschaft
ISBN: 978-3-86153-327-6
Erschienen: 03.2004
€ 19,90
Pressestimmen
Hier wird nichts beschönigt, das sei ausdrücklich bemerkt. Aber hier werden psychische Dispositionen, Gefühlslagen, Traumatisierungen und Schwächen erläutert, die von der Staatssicherheit perfide
genutzt wurden, um Menschen gefügig zu machen. (...) Indem Ingrid Kerz-Rühling und Tomas Plänkers auf die Polarisierung zwischen Täter und Opfer zunächst verzichten, ist es ihnen gelungen, einen
ganzen Strauß von Prägungen aus der Kindheit, Verletzungen, Verlust- und Versagensängsten zusammenzutragen.
Jaqueline Boysen, Deutschlandfunk, 22.3.04
Das Buch ist sorgfältig und plausibel gearbeitet und schöpft seine Stimmigkeit nicht nur aus den eigenen Interviews und theoretischen Überlegungen der Autoren, sondern aus einer Art
psychoanalytischem Beirat, der in bewährter »rating-Distanz« die Texte sorgfältig durchdiskutiert hat auf mögliche Täuschungen oder eigene Verstrickungen der Autoren.
Tilman Moser, Frankfurter Rundschau, 13.9.04
Gegen Vergessen und Verdrängen der Diktatur in der DDR 1949 - 1989