1,35 Millionen Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR passierten zwischen 1953 und 1990 das Notaufnahmelager Marienfelde als „Tor zum Westen“. Auf ihrem Weg in ein neues Leben waren die Angekommenen beständig einer kritischen Bewertung durch Behörden und die Öffentlichkeit ausgesetzt: Hatte man es mit „echten“ Flüchtlingen zu tun, die politischer Druck zum Weggehen getrieben hatte – oder mit Taugenichtsen, Abenteurern und solchen, die nur ihren wirtschaftlichen Vorteil suchten? Die Studie von Elke Kimmel verdeutlicht, dass überzeugend glaubwürdig vorgebrachte Gründe sowohl im Notaufnahmeverfahren als auch bei der Gewährung staatlicher Unterstützungsleistungen in den 1950er- und 60er-Jahren eine entscheidende Rolle spielten.
Die Untersuchung ist aus der Auswertung von Beständen des Landesarchivs Berlin entstanden. In zahlreichen Fallbeispielen skizziert sie die Schicksale, die sich hinter den Anträgen, Eingaben und Widersprüchen verbergen.
ISBN 978-3-940938-36-7
116 Seiten
Preis: 14,00 Euro
brigitte-lange.de (pdf-Datei)
Gegen Vergessen und Verdrängen der Diktatur in der DDR 1949 - 1989